Phubbing: Wenn das Handy wichtiger ist als Du

Was ist Phubbing?
Stell Dir vor, Du redest mit jemandem, aber die Person schaut immer wieder auf ihr Handy, anstatt Dir zuzuhören. Das nennt man "Phubbing". Das Wort ist eine Mischung aus den englischen Wörtern "phone" (Telefon) und "snubbing" (jemanden vor den Kopf stoßen oder ignorieren).
Phubbing bedeutet also, dass jemand anderen in bestimmten Situationen das Gefühl gibt, sein Handy sei gerade wichtiger als die Menschen, mit denen er gerade zusammen ist.
Warum ist Phubbing nicht cool?
Phubbing kann andere Menschen traurig oder wütend machen, weil sie sich nicht beachtet oder einsam fühlen. Es ist so, als ob Du jemandem ein Geschenk gibst, aber die Person nur kurz draufschaut und dann lieber weiter mit ihrem Handy spielt. Das ist unhöflich und zeigt, dass die Person kein Interesse an dem hat, was die andere Person sagt oder tut. Viele Leute schauen oft auf ihr Handy, auch wenn sie eigentlich mit anderen zusammen sind. Manchmal merken sie gar nicht, dass sie andere "phubben", weil die Nachrichten, Games oder News auf dem Handy gerade einfach so spannend sind.

Phubbing betrifft viele Menschen: Jugendliche und Erwachsene
Eine neue Studie der DAK-Gesundheit zeigt, dass sich etwa ein Drittel der Befragten zumindest ab und zu “gephubbt” fühlen:
“Etwa jedes dritte Kind (29,2 %) oder Elternteil (35,2 %) fühlt sich in sozialen Interaktionen zumindest manchmal durch die Smartphone-Nutzung des Gegenübers ignoriert.”
Etwa ein Viertel (25,2 - 28,2%) der Befragten haben von “daraus resultierenden Konflikten” berichtet. Auswirkungen von Phubbing können Depressionen, Einsamkeit, Stress und Angst sein.
Phubbing kann also unsere Beziehungen zu anderen Menschen negativ beeinflussen, sodass auch Freundschaften und Familien darunter leiden. Menschen, die oft "gephubbt" werden, können traurig oder einsam werden. Auch Gespräche werden durch Phubbing gestört – wichtige Dinge werden vielleicht nicht richtig gehört oder verstanden. In der Schule oder bei der Arbeit kann Phubbing dazu führen, dass man sich schlechter konzentrieren kann und weniger schafft. Deshalb ist es wichtig, achtsam mit unserem Handygebrauch umzugehen und den Menschen um uns herum unsere volle Aufmerksamkeit zu schenken.

Was kannst Du gegen Phubbing tun?
- Lege dein Handy weg: Wenn Du mit Freunden oder Familie zusammen bist, versuche, dein Handy in der Tasche oder in einem anderen Raum zu lassen. So wirst Du nicht abgelenkt und kannst Dich besser auf Deine Mitmenschen konzentrieren. Außerdem gibst Du ihnen so auch das Gefühl, komplett präsent zu sein.
- Mach handyfreie Zeiten aus: Vereinbare mit Deinen Freund:innen oder Deiner Familie, dass ihr zum Beispiel beim Essen oder bei bestimmten Aktivitäten keine Handys benutzt. Das ist eine gute Möglichkeit, um sich wieder mehr aufeinander zu konzentrieren.
- Finde Alternativen: Überlege Dir, was Du stattdessen machen könntest, wenn Du das Gefühl hast, ständig aufs Handy schauen zu müssen. Vielleicht ein Spiel spielen, Sport machen, etwas malen oder einfach nur quatschen?
- Sprich es an: Wenn Du merkst, dass Dich jemand "phubbt", sag es der Person. Vielleicht hat die Person es gar nicht gemerkt und ändert ihr Verhalten dann. Du kannst zum Beispiel sagen: “Hey, ich fühle mich unwohl, wenn Du ständig auf Dein Handy schaust während ich mit Dir rede. So habe ich das das Gefühl, dass Du mir gar nicht richtig zuhörst. Ist es gerade wichtig, oder wäre es okay, wenn Du das Handy mal kurz beiseite legst?”
- Sei ein gutes Vorbild: Achte selbst darauf, andere nicht zu "phubben". Zeige ihnen, dass sie Dir wichtig sind, indem du Dein Handy weg legst und ihnen bewusst zuhörst.
Wenn es gar nicht mehr ohne Handy geht
Manchmal ist es schwer, das Handy wegzulegen. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du ständig auf Dein Handy schauen musst und es Dir schwer fällt, es weg zu legen, sprich mit jemandem darüber. Das können Deine Eltern, Freund:innen oder Lehrer:innen sein. Es gibt auch Beratungsstellen, die Dir helfen können, einen gesunden Umgang mit dem Handy zu finden. Zum Beispiel kannst Du Dich bei der Caritas melden oder einfach uns schreiben.
Du willst Dich über Mediensucht informieren? Dann schau mal in unserem Ratgeber vorbei. Hier findest Du auch einen kleinen Selbsttest, der Dir helfen kann, herauszufinden, ob Du zu Handysucht neigst.